Sechs Tipps für Heimleitende

Soziale Institutionen im Umbruch

MSc Das Sozial- und Gesundheitswesen steht seit Jahren vor zunehmenden Herausforderungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung des steigenden Bedarfs an Versorgungs-, Betreuung- und Beratungsleistungen. Der Spagat zwischen Markt und kantonalen Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der zunehmenden gesetzlichen Qualitätsanforderungen, erschwert zusehends die Stabilität und Nachhaltigkeit der zu erbringenden Dienstleitungen. Infolgedessen verstärkt sich der Druck zur Effizienz-Steigerung der Betriebsabläufe, u. a. durch intensivierte Digitalisierung, zu einer stärkeren Kundenorientierung durch Personalentwicklung sowie zur unabdingbaren Abwägung von Nutzenpotential und tatsächlichem Erfolg. Folgend sind sechs Tipps aufgeführt, die den marktwirtschaftlichen Herausforderungen entgegen wirken können:

1. GESTALTEN SIE IHRE INSTITUTION ATTRAKTIV FÜR NEUE MITARBEITENDE

Gutes Personal zu finden wird immer schwieriger, die Attraktivität als Arbeitgeberin immer wichtiger. Oft gibt es zwar beim Gehalt wenig Spielraum, dafür lassen sich andere Faktoren steuern. Mit der personalverantwortlichen oder einer externen Fachperson kann eine Palette von Massnahmen entwickelt werden, die kurz- bis mittelfristig zur Attraktivität beitragen können. Auch die Belegschaft wird profitieren.

2. LASSEN SIE DEN «BLICK VON AUSSEN» ZU

Suchen Sie sich eine externe Vertrauensperson, mit der Sie sich regelmässig über betriebswirtschaftliche Themen austauschen: Führung, Organisation, Personalwesen, Marketing, Finanzfragen usw. Ein «Blick von aussen» kann Ihnen einen breiteren Blickwinkel ermöglichen, neue Ideen generieren oder persönliche Herausforderungen aufzeigen. Je unabhängiger diese Vertrauensperson ist, desto ehrlicher und neutraler sind deren Einschätzungen. Profitieren Sie von branchenübergreifenden Erfahrungen und vernetzen Sie sich für den elektronischen oder persönlichen Austausch.

3. BESTIMMEN SIE EINE ADÄQUATE STELLVERTRETUNG

Eine Stellvertretung hebt sich ab durch persönliche und fachliche Autorität sowie Engagement und Verantwortungsbewusstsein, verfügt aber (noch) über geringes betriebswirtschaftliches Wissen. Eine solche Person kann bei der täglichen Arbeit ebenso wie bei Ferien oder kürzeren Abwesenheiten entlasten oder überbrücken. Dauert eine Abwesenheit länger (Komplikationen bei der Genesung, Sabbatical, Schwangerschaft) unterstützt sie eine interimistische Leitungsperson während der Übergangszeit mit ihrem Fachwissen.

4. BEREITEN SIE IHRE INSTITUTION VOR ZU AUF MÖGLICHE VERÄNDERUNGEN VOR

Das politische, wirtschaftliche und technologische Umfeld kann sich schnell verändern. Ein Wechsel im Stiftungsrat, Anpassungen in den Tarifbestimmungen oder die Einführung einer neuen Software können neue Rahmenbedingungen schaffen. Antizipieren Sie mögliche Szenarien. Sprechen Sie mit erfahrenen Fachpersonen, z.B. mit Kenntnissen in Risikomanagement, über mögliche Lösungsansätze.

5. SUCHEN SIE AKTIV NACH ZEITGEMÄSSEM WISSEN

Ehemalige Heimleitende oder Stiftungsratsmitglieder eigenen sich hervorragend zum Austausch. Oft hat man ähnliches erlebt oder durchgestanden und ist sich dadurch näher und einiger. Dabei besteht die Gefahr, dass das Wissen sowie die Erfahrungen vorwiegend aus der Vergangenheit bzw. vergangenen Tätigkeiten stammen. Öffnen Sie sich auch für moderne Ansichten aus Theorie und Praxis. Besuchen Sie Messen, Vorträge und Workshops oder lassen Sie sich von Fachpersonen begleiten, als Sparring-Partner, Helfer in der Not, usw. Dies kann Ihren Horizont erweitert und Spass machen.

6. FÖRDERN SIE DIE FREIWILLIGENARBEIT

Freiwilligenarbeit ist wichtig und wertvoll. Und wie beim Personal spielt die Attraktivität eine zentrale Rolle. Nutzen Sie das Potential und bilden Sie zusammen mit freiwillig Tätigen sowie Mitarbeitenden eine gemeinsame Unternehmenskultur. Jedoch sind die Organisation und Koordination der Freiwilligenarbeit nicht zu unterschätzen. Die Betreuung und Begleitung entscheiden mit über die Qualität der Freiwilligenarbeit. Es gibt Literatur und Fachpersonen, die Sie unterstützen können.